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Schwimmtradition seit 1924

1924 wurde der Schwimmverein durch eine Handvoll schwimmbegeisterter Bürger unter dem Initiator Hans Brand gegründet. Davor wurde bereits im Thielwoog geschwommen, wobei es getrennte Badezeiten für Männer und Frauen gab. Man konnte sich sogar gegen eine geringe Gebühr Badewäsche ausleihen, denn in den frühen 1920er Jahren war eine eigene Badehose oder ein eigener Badeanzug noch recht selten.

 

Der Verein hatte auch die Absicht, ein eigenes Schwimmbad zu bauen. Die Wahl des Standorts fiel dabei auf den Thielwoog. Sodann wurde eine Baufirma aus Kaiserslautern beauftragt, ein wettkampfgerechtes Schwimmbad mit einer 50m-Bahn und ein Kinderplanschbecken zu errichten. So waren die Weichen für das erste vereinseigene Schwimmbad der Pfalz gestellt. Da man sich - unter anderem aus Kostengründen - entschlossen hatte, lediglich die Seitenwände zu erstellen und auf eine Betonierung des Beckenbodens zu verzichten, wuchsen zwischen den eingebrachten Schottersteinen Schlingpflanzen hoch, die sich besonders bei Wettkämpfen als störend erwiesen. So waren regelmäßige „Schlingpflanzenernten“ notwendig. Die Kosten des 1926 fertiggestellten Bades betrugen 15.000 Reichsmark.

  

Der Schwimmverein betrieb Wettkampfsport und erteilte Schwimmunterricht. 1950 wurde der Südwestdeutsche Schwimmverband aus der Taufe gehoben, zu dessen Gründungsmitgliedern auch der Schwimmverein Kirchheimbolanden gehörte.

 

Von 1957-1959 veränderte sich das Bild des Thielwoogs gründlich: Eine Toilettenanlage und Gastwirtschaft wurde errichtet, eine Umwälzanlage eingebaut und der Beckenboden erhielt eine Betondecke. Mit dieser grundlegenden Renovierung hatte sich der Schwimmverein finanziell übernommen. Verschärft durch einige verregnete Sommer entschloss sich die Vorstandschaft schweren Herzens das Schwimmbad an die Stadt Kirchheimbolanden zu verkaufen. Der notarielle Kaufvertrag wurde am 14. Juli 1964 vollzogen. Der geschätzte Wert der Anlage betrug eine halbe Million DM, der Kaufpreis lediglich 75.000 DM, dies entsprach der Höhe der Verbindlichkeiten. Der Thielwoog ging später im Zuge der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde über, die die Anlage in den 90ern sanierte und renovierte.

 

1997 wurde vom Schwimmverein wieder eine Leistungsgruppe ins Leben gerufen, die mit Hallen- und Freibad gute Trainingsmöglichkeiten hatte. 1999 feierte der Verein sein 75jähriges Jubiläum. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde er von nur drei Vorsitzenden geleitet: Hans Brand, Dr. Gerd Brand und zum Jubiläumsjahr Hans Joachim Bruns. Ihm folgte von 2001 bis 2005 Michael Ruther. Von 2005 bis 2017 leitete Norbert Sandberg den Verein durch unruhige Zeiten: Ab 2006 mehrjährige Kernsanierung des Hallenbads mit Ausweichtraining in Mainz-Mombach, in 2011 Schließung des Thielwoogs, in 2015/16 mehrmonatige Instandsetzung des Hallenbads infolge Brand des Dachs mit Solaranlage und Ausweichtraining in Worms. Zum Ende seiner Amtszeit hat er das Angebot von Schwimmkursen durch den Schwimmverein wieder ins Leben gerufen, das seit Anfang 2017 bis heute sehr gut angenommen wird. Auf Norbert Sandberg folgte in 2017 der heutige Vorsitzende Dr. Arnulf Ollig. Er verkleinerte zunächst die Anzahl der Vorstandsämter, etablierte eine selbstorganisierte Vereinsjugend und manövrierte den Verein durch die Corona-Pandemie. Der Verein pflegte immer schon auch das Gesellige mit Grillfesten und Zeltlagern. In den letzten Jahren fanden dann unter anderem Kletteraktionen, Schlittschuhlaufen, Freizeitparkbesuch und Teilnahme an Landesjugendtreffen statt.

 

Der Schwerpunkt des Vereins liegt aber natürlich auf Schwimmtraining und Wettkampfsport. Damit die Jugendlichen auf DSV-lizenzierten Wettkämpfen starten können, sind lizenzierte Kampfrichter notwendig. Dazu müssen sich immer wieder Neue - zumeist Eltern - ausbilden lassen. Dass der kleine Schwimmverein Kirchheimbolanden durchaus auch mit größeren Vereinen mithalten kann, die wesentlich mehr Trainingsmöglichkeiten haben, zeigt die Tatsache, dass es in der Vergangenheit bereits Schwimmer geschafft haben, sich für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften zu qualifizieren. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass der Verein neue/weitere Trainer sowie Vorstandsmitglieder findet, damit er weiterhin bestehen bleiben kann.